Schnellere Datenanalysen für Offsetdruckerei

Schnellere Datenanalysen für Offsetdruckerei

IT-Zoom, das Fachmagazin für Business-Lösungen, IT-Technologien und Anwendungen berichtet in der Dezember-Ausgabe 2016 über den Einsatz von Business-Intelligence Software in der Offsetdruckerei Schwarzach (AT).

Die Offsetdruckerei Schwarzach ist auf die Produktion und Veredlung von Feinkartonagen und Etiketten spezialisiert. Um Produktionsdaten auszuwerten, nutzte man bislang eine OLAP-basierte Lösung, die jedoch hinsichtlich der Verarbeitungsgeschwindigkeit und des Benutzerkomforts nicht mehr den gestiegenen Anforderungen des Unternehmens entsprach.

„Zum einen war das Verfahren umständlich“, erläutert Arno Amann aus dem Controlling und Projektmanagement der Offsetdruckerei Schwarzach GmbH. „Zum anderen dauerte der Datenzugriff auf die Live-Systeme sehr lange.“

Die Druckerei suchte daher eine leistungsstarke BI-Lösung, mit der sich Daten aus allen erforderlichen Quellsystemen automatisiert abrufen und verknüpfen lassen. Dazu gehören das ERP-System ProAlpha, ein eigenes Betriebsdatenerfassungssystem, sowie ein Lagerleitsystem für das Hochregallager. Bei der Suche nach der passenden Lösung bekam die Druckerei den Tipp, sich die Software QlikView des Anbieters Qlik näher anzuschauen. „Bei einem Betrieb aus unserer Region haben wir diese im Einsatz gesehen und waren schnell sicher, dass die Lösung für uns richtig ist.“ Überzeugt haben die unkomplizierte Anbindbarkeit verschiedener Datenquellen, sowie die Erstellung und Anpassung von Analysen. Die speicherbasierte Technologie der BI-Lösung ermöglicht die Konsolidierung relevanter Daten aus verschiedenen Quellen in einer Applikation. Das BI-Projekt legte die Druckerei in die Hände der ppmc ag. Der IT-Dienstleister ist zertifizierter QlikView-Provider und hat bereits zahlreiche Projekte in der Region Vorarlberg durchgeführt. Geschätzt wird denn auch die räumliche Nähe des Anbieters. „Ich hatte die Möglichkeit, den Experten über die Schulter zu schauen und die Benutzung der neuen BI-Software zu lernen. Heute erledige ich Neuerstellung oder Anpassung von Applikationen zu 90 Prozent eigenständig. Bei sehr komplexen Anforderungen unterstützt mich der Dienstleister“, so Amann. Innerhalb von vier Wochen erfolgten die Implementierung der neuen Lösung, die Erstellung des Datenmodells, sowie die Bereitstellung einer ersten Analyseapplikation.

Zahlreiche Einsatzbereiche
Inzwischen sind vier Applikationen produktiv gesetzt, die von zehn Mitarbeitern in den Abteilungen Produktion, Vertrieb, Einkauf, Logistik, Finanzen und Controlling genutzt werden. Zur Steuerung der Produktion werden Kennzahlen wie Durchsatz, Nutzungsgrad, Ausschussgrad und Qualitätsrate generiert und analysiert. Auf Vertriebsebene stehen Umsatz- und Absatzanalysen nach Kriterien wie „Vertreter“ oder „Kunden“ zur Verfügung. Eine weitere Applikation beinhaltet Auswertungen der Lagerbestände nach Umschlaghäufigkeit, Anzahl der Stellplätze, Lieferverzug, Liefertreue etc. Im Rahmen der Kostenrechnung wird die BI-Software für Analysen von Betriebserfassungs- und Kostenträgerbögen genutzt. „Ich verschaffe mir jeden Morgen in 15 Minuten einen Überblick über die wichtigsten Leistungskennzahlen, Auftragseingänge, Auftrags- sowie Lagerbestände und Umsätze. Damit bin ich schnell auf dem aktuellen Stand“, so Amann.

Monatlich werden Bestandsanalysen und Produktionskennzahlen über alle Abteilungen, sowie Ad-hoc-Auswertungen zu Sonderthemen wie Risikoabschätzungen bzw. tiefergehenden Analysen in Berichtsform an die Geschäftsleitung kommuniziert. Die Offsetdruckerei profitiert von der schnelleren Datenbereitstellung, wie Amann bestätigt: „Früher ist unsere Lagerbestandsanalyse zwei Stunden gelaufen, bis wir ein Ergebnis hatten. Mit der neuen Software werden die aktuellen Daten über Nacht eingespielt, am nächsten Tag sind die Informationen per Klick da.“ Zudem können Daten aus beliebigen Systemen in einer Plattform ausgewertet werden. Desweiteren kann durch die Drill-down-/Drill-through-Funktionalitäten detaillierter analysiert werden. In den nächsten Projektschritten sollen die bestehenden Applikationen weiter ausgebaut werden. Zudem ist ein Komplett-Dashboard für das Management geplant, in dem die wichtigsten Zahlen sowie die der letzten beiden Jahre zu Vergleichszwecken beinhaltet sind.

Facts
Geschäftsfeld: Rund 25.000 Tonnen Karton und Papier werden pro Jahr auf den sieben Druckmaschinen des Betriebs verarbeitet
Exportanteil des Unternehmens: 70 Prozent
Gründung: 1913
Standort: Schwarzach/Österreich
Mitarbeiter: 335
www.offset.at

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Autor: Paula Hansen, IT-Zoom
Bildquelle: Offsetdruckerei Schwarzach

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